Sozioökonomischer Impact von COVID-19

Auswirkungen auf die SDGs
Covid und SDG_de_final

Die aktuelle COVID-19-Pandemie führt uns vor Augen, wie verletzlich die einzelnen Gesellschaften und Volkswirtschaften generell sein können. Die Zeit für Reflexion und darüber nachzudenken welche gemeinsamen Prioritäten wir nach dieser Krise setzen, welche Lehren wir aus dieser Zeit ziehen nd wie wir gemeinsam einen nachhaltigen Weg einschlagen können. Nie war die Sichtbarkeit des individuellen Handelns in Bezug auf das gemeinsame Erreichen von Zielen derart entscheidend, wie in dieser Coronavirus-Pandemie. In diesen dynamischen Zeiten, in denen Unsicherheit durch Falschmeldungen genährt wird, verlangen viele nach einer Konstante und eine klare Richtung wie es in Zukunft weiter gehen kann. Eine Möglichkeit bzw. Lehre die wir aus dieser Krise ziehen können, ist unser kollektives Handeln, stärker denn je, an der Agenda 2030 auszurichten. Dennoch dürfen bisherige Bemühungen um die SDGs sowie nationale- und internationale Abkommen, wie bspw. um das Pariser Klimaschutzabkommen, gerade in diesen herausfordernden Zeiten nicht hintangestellt werden. Im Gegenteil, durch diese Krise können die SDGs als Chance gesehen werden und bieten ein breites Spektrum an wirtschaftlichen und humanitären Möglichkeiten eine Ausweg aus dieser Krise zu finden.

Folgende Abbildung zeigt, wie COVID-19 auf jedes einzelne SDG wirkt und welche Herausforderungen sich dadurch für das Erreichen der Nachhaltigen Entwicklungsziele ergeben. In Betrachtung der folgenden rafik laden wir Sie zu einer Reflexion ein: Wie schaffen wir es, Instrumentarien zu entwickeln, welche es uns erlauben adäquat und bedarfsorientiert auf die globale Krise zu reagieren (im Sinne der Ermöglichung von Geschäftskontinuität) und dabei unsere Resilienz so zu stärken, dass wir es gemeinsam schaffen die Agenda 2030 zu erreichen?

Die Vereinten Nationen haben im aktuellen Bericht „Shared responsibility, global solidarity: Responding to the socio-economic impacts of COVID-19“, einen Aufruf (call to action) gestartet und alle Akteure dazu aufgerufen, die Übertragung des Virus in jedweder Art zu unterbinden und somit auch, die mit dieser Pandemie einhergehenden Folgen auf die Gesellschaft und Wirtschaft so gering wie möglich zu halten.

Hauptaussagen aus diesem Text:

  1. Höchste Priorität sollte die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme haben, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Das nationale und international Transportverbot von Waren und Personen zu Beginn der Krise, ist seitens der UN aufs schärfste zu kritisieren. Gerade in diesen schwierigen Zeiten, ist es umso wichtiger nationale und internationale Anstrengungen zu unternehmen, diese zu koordinieren und wichtige medizinische Geräte, Schutzausrüstung sowie medizinisches Personal in die am stärksten betroffenen Länder zu bringen. 

  1. Verschärfung der Situation in Entwicklungsländern.

Gerade die aktuelle Krise veranschaulicht gut, dass die ohnehin wirtschaftlich schwachen Entwicklungsländer, im Umgang mit der Pandemie die größten Schwierigkeiten zu bewältigen haben. Zusätzlich zu den Volkswirtschaften in denen die Schuldenakkumulation bereits vor der Krise das Einkommenswachstum überstiegen hat, fehlen oft die erforderlichen Sanitär- und Hygieneeinrichtungen, die gerade in einer Pandemie überlebenswichtig sind. Des Weiteren ist es für einen überaus großen Bevölkerungsanteil eines Entwicklungslandes schlichtweg nicht möglich, „social distancing“ zu leben bzw. einzuhalten, da die Umstände es nicht zulassen. Gerade in diesen Zeiten ist die Aufrechterhaltung der humanitären Finanzhilfen von besonderer Bedeutung und erreicht somit Millionen von bedürftigen Menschen. 

  1. Koordinierte Maßnahmen auf allen Ebenen

Eine Krise, wie die COVID-19-Pandemie, erfordert konkrete Maßnahmen auf allen geopolitischen Ebenen. Internationale Organisationen, Finanzinstitutionen und Führungsebenen wie die G-20 können Mechanismen in Gang setzen, die in koordinierter Weise dabei helfen können, dass jene Länder, die diese Unterstützungen am dringendsten benötigen auch bekommen. Unterstützungen in Form von monetärer Hilfe sowie soziale Maßnahmen. Ein genereller Austausch von Erfahrungen helfen dabei genauso, wie regionale Verbände und Entwicklungsbanken, um die Krise in diesen Ländern wirtschaftlich abzufedern bzw. ein Stück weit entgegenzutreten. 

  1. Maßnahmen zur Sicherung des Überlebens von Unternehmen, insbesondere Klein- und Mittelunternehmen sowie Selbständige

Neben den am stärksten Betroffenen, nämlich jene die einen Wirtschaftsabschwung nicht verkraften oder nahe an der Armutsgrenze leben, werden laut Schätzungen der ILO (International Labour Organisation) weltweit zwischen 5 und 25 Millionen Jobs durch die Krise abgebaut. Dies entspricht einem Verlust von Arbeitseinkommen in einer Größenordnung von 860 Mrd. mit bis zu 3,4 Billionen Dollar.

Empfehlungen hierzu sind folgende:

Weitreichende finanzielle Unterstützungen für den Unternehmenssektor mit dem Ziel, die technischen und finanziellen Mittel im Kampf gegen das Virus zu ermöglichen, aber auch in einem nachhaltigen Wiederaufbau nach dieser Pandemie. Dazu sollen auch die „High Level Group on Digital Cooperation“ und die „Task Force on Digital Financing for Sustainable Development“ hinzugezogen werden, um Lösungsansätze gemeinsam mit dem Unternehmenssektor zu erarbeiten. Die Einrichtung von Kooperationsplattformen und speziellen Arbeitsgruppen ist ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf gegen COVID-19.

Weiters ist diesem Bericht zu entnehmen, dass der private Sektor mit Anreizmaßnahmen stimuliert werden soll, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Die Liquidität großer Unternehmen ist meist größer als jener von KMUs und Selbständigen, die jedoch einen wesentlichen Teil zur regionalen Wertschöpfung beitragen und somit ein wichtiger Bestandteil einer Volkswirtschaft sind. So kann beispielsweise durch koordinierte finanzpolitische Maßnahmen das Haushaltseinkommen der Bürger*innen wieder gesteigert werden, was schlussendlich wiederum der Wirtschaft und der Gesellschaft zugutekommt. 

  1. Handlungsempfehlungen für die Wirtschaft im Kampf gegen COVID-19

Einhaltung der Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen während dieser Pandemie, um ein sicheres Arbeiten während dieser Zeit zu ermöglichen. Kooperation zwischen nationalen und internationalen Unternehmen (Pharma, Agrar- und Lebensmittel, Telekommunikation) um die Pandemie einzudämmen und gemeinsam an einer Lösung zu forschen. Nationale und regionale Unternehmen, die diesen Bemühungen besonders nachkommen (z.B. UN Global Compact Austria Teilnehmerorganisation ADLER LACKE, Herstellung Desinfektionsmittel) werden vor den Vorhang geholt. Diese haben damit begonnen ihre Geschäftsstrategie an diese Krise anzupassen, um die derzeit speziellen Bedürfnisse zu erfüllen. Viele weitere werden hoffentlich bald folgen, denn nur gemeinsam können wir diese Zeit gut überstehen.

Socio_Economic_Impact_Report_march_2020