Reporting-Anforderungen des UN Global Compact

Fortschrittsberichte Business & Non-Business Teilnehmer:innen

Mit dem Beitritt zum UN Global Compact verpflichten sich Unternehmen (Business) und Organisationen (Non-Business), wie Universitäten, Städte, Verbände, zivilgesellschaftliche Verbände und öffentliche Institutionen ihre Fortschritte zu den 10 Prinzipien des UN Global Compact und die Entwicklungen zu den Sustainable Development Goals (SDGs) zu berichten.

  • Unternehmen erfüllen Ihre Reporting-Anforderungen über den Communication on Progess (CoP)
  • Organisationen erfüllen Ihre Reporting-Anforderungen über den Communication on Engagement (CoE)

NEUE COP-BERICHTERSTATTUNG AB 2023

AKTUELLE COP-BERICHTERSTATTUNG (BIS ENDE 2022)

Die teilnehmenden Unternehmen haben sich dazu verpflichtet, die zehn Prinzipien des UN Global Compact in ihre Strategien und in ihre Geschäftstätigkeit zu integrieren. Der Fortschrittsbericht (COP – Communication on Progress) ist ein Mechanismus, der die Stakeholder des Unternehmens (z.B. Investoren, Konsumenten, Zivilgesellschaft, Regierungen etc.) über die Aktivitäten und Fortschritte bei der Umsetzung der zehn Prinzipien informiert.

Inhaltliche Mindestanforderungen

  • Erklärung der Geschäftsführung zum fortlaufenden Engagement des Unternehmens im UN Global Compact und zu den weiteren Anstrengungen zur Umsetzung und Förderung der 10 Prinzipien
  • Beschreibung von Aktivitäten und Maßnahmen, die das Unternehmen zur Umsetzung der 10 Prinzipien in den vier Themenfeldern des UN Global Compact (Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt- und Klimaschutz und Korruptionsprävention) umsetzt oder beabsichtigt künftig umzusetzen
  • Messung und Bewertung von Ergebnissen anhand definierter qualitativer und/oder quantitativer Indikatoren für die vier Themenfelder

Format
Damit der Bericht für alle Stakeholder zugänglich gemacht werden kann, sollte dieser, wenn möglich, in den Nachhaltigkeits- oder Jahresbericht des Unternehmens integriert werden. Unternehmen, die keine formellen Berichte veröffentlichen, können ein eigenständiges Dokument erstellen.

Sprache
Der CoP soll in der Sprache erstellt werden, der für die wichtigsten Stakeholder des Unternehmens relevant ist. In Österreich ist dies zum überwiegenden Teil in deutscher Sprache.

Differenzierungen COPs
Basierend auf der Selbsteinschätzung eines Unternehmens, fällt der COP in eine der folgenden Kategorien:

  • GC Learner – COPs, die eine oder mehrere der 3 Mindestanforderungen nicht erfüllen
  • GC Active – COPs, die die oben genannten 3 Mindestanforderungen erfüllen

GC Advanced – COPs, die die oben genannten 3 Mindestanforderungen erfüllen und zusätzlich zu 21 weiteren Kriterien und Best Practices berichten.
Wann muss der CoP vorliegen?
Die Vorlagefrist für den CoP basiert auf dem Eintrittsdatum, das heißt, der erste CoP muss spätestens ein Jahr nach dem Eintritt vorliegen.

Non-Communicating Status bei Versäumen: Unternehmen, die ihren Bericht nicht fristgerecht einreichen, erhalten den Status „non-communicating“ (nicht berichtend). Unternehmen können den Bericht innerhalb von 12 Monaten nachreichen. Anschließend ändert sich der Status im UN Global Compact Profil automatisch von „non-communicating“ zu „active“.

Grace Letter – Kurzfristige Fristverlängerung: Unternehmen, die die COP-Abgabefrist nicht einhalten können, können vor Ablauf der Frist ein Nachfristersuchen (Grace Request) mit einer stichhaltigen Erklärung für die Verzögerung einrichten. Die Frist verlängert sich um 90 Tage.

Adjustment Request – Langfristige Fristverlängerung: Unternehmen, die die COP-Abgabefrist an die internen Berichtszyklen anpassen möchten, können über die Webseite des UN Global Compact ein Anpassungsersuchen (Adjustment Request) stellen. Damit kann die Frist einmalig um bis zu elf Monate nach hinten verschoben werden.

Ausschluss: Unternehmen mit dem Status „non-communicating“ werden nach 12 Monaten aus dem UN Global Compact ausgeschlossen, wenn sie in dieser Zeit keinen vollständigen COP einreichen.

COE-BERICHTERSTATTUNG (NON-BUSINESS)

Nicht-privatwirtschaftliche Organisationen müssen alle zwei Jahre einen Communication on Engagement (CoE) verfassen. In diesem Bericht beschreiben sie Maßnahmen, mit welchen sie den UN Global Compact und die Sustainable Development Goals (SDGs) unterstützen. Der Report ist an die Stakeholder (Anspruchsgruppen) der Organisation gerichtet.

Inhaltliche Mindestanforderungen des CoE

  • Unterstützungserklärung

Unterstützungserklärung der Geschäftsführung bzw. des Vorstandes zum fortlaufenden Engagement des Unternehmens für den UN Global Compact sowie zur Förderung seiner 10 Prinzipien.

  • Maßnahmenbeschreibung

Beschreibung von konkreten Maßnahmen, die das Unternehmen getroffen hat oder plant, um die 10 Prinzipien in jedem der vier Bereiche (Menschenrechte, Arbeit, Umwelt, Korruptionsbekämpfung) umzusetzen.  Vom UN Global Compact empfohlene Aktivitäten finden sich hier.

  • Evaluation der Ergebnisse

Quantitative oder qualitative Messung der Ergebnisse.

Das Format des COE ist frei wählbar. Die gewählte Sprache sollte sich an den Bedürfnissen der Anspruchsgruppen (Stakeholder) der Organisation orientieren.

  • Ein Template zur Erstellung eines COE finden Sie hier (Englisch) und weitere Informationen hier.
  • Hier finden Sie die offizielle COE Policy des UN Global Compact.

Wie wird der CoE eingereicht?

Der CoE ist im pdf-Format auf der Homepage des UN Global Compact zu veröffentlichen. Dazu melden sich Teilnehmerorganisationen mit ihren Zugangsdaten im Intranet Profil an und laden den Bericht unter der entsprechenden Rubrik hoch.

Fristen zur Abgabe/Einreichung

Die Einreichfrist des ersten CoE-Berichts orientiert sich am Eintrittsdatum. Spätestens zwei Jahre nach dem Eintritt, muss der erste CoE eingereicht werden.

  • Organisationen, die ihren Bericht nicht fristgerecht nach zwei Jahren (zwei Jahreszyklus) einreichen, erhalten den Status: non-communicating (nicht berichtend). Innerhalb von weiteren 12 Monaten haben Sie die Möglichkeit Ihren Bericht nachzureichen. Ihr Status wechselt dann zu „active“.
  • Organisationen, die ihre Vorlagefrist nicht einhalten können, können vor Ablauf der Frist ein NachfristgesuchenGrace Request/Grace Letter mit einer Erklärung zur Verzögerung einreichen. Diese gewährt eine Verlängerung der Frist um 90 Tage.
  • Organisationen, die den CoE-Bericht an interne Berichtszyklen anpassen wollen, können dies über ein Anpassungsgesuch – Adjustment Request  erledigen. 

Ansprechpartner

Johannes Hämmerle
Netzwerkmanagement & Reporting